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Hilfe für Menschen aus Sumy

Insgesamt sind über 60 Menschen aus dem Umfeld unserer Partnerkita in Sumy bei uns in Frankfurt (Oder) angekommen. Der Ort Sumy liegt mitten im stark umkämpften Nordosten der Ukraine. Seit drei Jahrzehnten kümmert sich die Wichern Diakonie in einer Patenschaft im Verbund mit anderen Helfern um die Kita, in der auch behinderte Kinder betreut werden.

„Zu Beginn des Krieges haben wir den Eltern und Kindern sowie den Mitarbeitenden der Kita Nr. 34 unsere Zusage gegeben, dass wir sie bestmöglich unterstützen werden, um ihnen hier eine Zeit im Frieden zu ermöglichen. Diese Zusage lösen wir derzeit gemeinsam ein“, sagt unser Vorstand Kai Stähler. Teilweise waren die Menschen aus Sumy in der Ukraine bis nach Frankfurt zwei Wochen unterwegs. Sie mussten den langen Reiseweg über Rumänien nehmen. Bei anderen war die beschwerliche Reise aus dem Kriegsgebiet nicht ganz so lang, weil es andere Fluchtkorridore gab. Die Freude, bei der Wichern Diakonie angekommen zu sein, war allerdings bei allen gleichgroß. Am Anfang des Krieges war der Schock auch bei unseren Mitarbeitenden groß, allerdings war an Flucht aus Sumy nicht zu denken, weil es keine sicheren Wege gab. Sogleich wurde jedoch ein Spendenkonto eingerichtet, um den Menschen nach dem Krieg in Sumy oder auch hier vor Ort in Frankfurt helfen zu können. „Plötzlich jedoch musste alle ganz schnell gehen, als sich die ersten Familien ankündigten“, sagt Renate Bauer. Eigentlich ist die ehemalige Sozialarbeiterin, die vormals in unserer Diakonie gearbeitet hat und immer noch dem Aufsichtsrat angehört, längst im Ruhestand. Um sie für die Koordinierung der Ukrainehilfe zu gewinnen, bedurfte es allerdings nur eines kurzen Telefonats. „Wir sind dankbar, das wir helfen können“, sagt sie, als die ersten 13 Familien vom Bahnhof abgeholt und in den Räumen der Diakonie mit Essen versorgt wurden. Im Hostel des IB im Südring haben viele die ersten Tage nach dem Ankommen verbracht. Die schwierigste Aufgabe für die neugegründete Arbeitsgruppe ist jedoch, die Menschen längerfristig unterzubringen. Familien mit Kindern, die an einer Autismusstörung leiden, konnten gemeinsam ein Haus der Samariteranstalten in Fürstenwalde in Berkenbrück beziehen. Außerdem wurde im Eiltempo Wohnraum der Wichern Diakonie ausgebaut und auch ein Beratungsraum wurde zu einer kurzzeitigen Bleibe umfunktioniert. Die Hilfe funktioniert dabei über soziale Träger hinweg“, resümiert Kai Stähler dankbar. So hat der AWO Bezirksverband ein Haus zur Verfügung stellen können, das eigentlich noch renoviert wird. Auch mit anderen Verbänden wird noch gesprochen. Im direkten Umfeld der Wichern Diakonie wurden Familien privat aufgenommen. Derzeit gibt es hoffnungsvolle Gespräche mit der Wohnbau um Wohnungen für diejenigen anzumieten, die noch keine längerfristige Bleibe haben. Diese müssen freilich dann auch noch eingerichtet werden. „Dabei ist es jetzt schon täglich eine durchaus dynamische Lage, die immer neue Herausforderungen bereit hält“, so die Arbeitsgruppe. Lebensmitteleinkauf, Registrierung und medizinische Versorgung müssen organisiert werden. Mehrere Übersetzer helfen ehrenamtlich. Jede Familie soll außerdem einen Paten bekommen, die auch bei der Freizeitgestaltung ein wenig behilflich sind. „Ich erlebe eine große Hilfsbereitschaft innerhalb der Mitarbeiterschaft, bei den Vereinsmitgliedern und bei den ehrenamtlichen Helfern. Das macht mich nicht nur stolz, sondern erfüllt mich auch mit großer Dankbarkeit“, so Vorstand Kai Stähler. Auch in der Freizeitgestaltung gibt es jetzt etwas Abwechslung. Im Wildpark bekommen Menschen aus der Ukraine bis Ende Juni nach Vorlage ihres Passes den Eintritt erlassen.